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Thermostatventile

 

 

Thermostat-Ventile von Heizkörpern wg. klemmendem Stift reparieren

 

Ich kann hier nur zwei Thermostat-Fabrikate beschreiben, da ich an den anderen noch nicht rumgefummelt habe. Es ist aber anzunehmen, daß das Prinzip auch für andere Thermostate gilt.

 

Jetzt möchte ich einige Passagen aus 2 Emails von Helmut zitieren, die sicherlich wichtig sind. Leider kann ich die technische Zeichnung, die Helmut zur Illustration benutzt, hier nicht wiedergeben, da ich sonst womöglich juristische Probleme bekomme. Sein Text bezieht sich auf jene Zeichnung.

<Zur Erklärung habe ich eine Skizze vom Aufbau eines Ventils angehängt.
Der Stift 44 wird vom Thermostat auf den Ventilteller 42 gedrückt und schliesst das Ventil.
Wenn man das Thermostat öffnet (oder abbaut), wird der Ventilteller von einer Feder, die hier nicht eingezeichnet ist, nach oben gedrückt und der Stift kommt nach aussen.
Wenn der Stift nicht nach aussen kommt, hängt sehr oft nicht der Stift, sondern der Ventilteller!
Und wenn dann am Stift gezogen wird, ändert das nichts am festhängenden Ventilteller, aber bei bestimmten Bauarten kann dann Heizungswasser austreten, wenn der Stift doch herausgezogen wurde...
 
Durch Klopfen lösen sich klemmende Teile viel besser und ohne Risiko, oft reicht es sogar, wenn man, ohne den Thermostaten abzubauen, seitlich auf das Ventil klopft.>

Dann noch in einem weiteren Brief:

<Das Einzige, was ich echt weglassen würde, wäre das Ziehen an dem Stift... das habe ich noch NIE machen müssen. Und ich bin seit ca. 20 Jahren für über 50 Heizungen verantwortlich (allerdings ausschliesslich mit Danfoss RAV und RAVL-Ventilen, das sind ausgerechnet die, die angeblich am meisten festhängen...). Klopfen auf den Stift hat IMMER geholfen. Meistens hat sogar das Klopfen seitlich auf des Ventil/Gehäuse gereicht, das man ruhig auch kräftiger und öfter machen kann (natürlich bei voll geöffnetem Thermostat!). Man sollte nur vor dem Klopfen auf die Uhr schauen, denn das hört man im GANZEN Haus!
 
Schöne Grüsse,
Helmut

 

 

 

1. Fall: Beispiel „Oventrop – Format“ - Thermostat mit Mutter

 

Rechts neben dem hellen Thermostat befindet sich die (hier dunkle) Befestigungsmutter und anschließend das “Gehäuse”, das an den Heizkörper und den Heizwasserzulauf festgeschraubt ist. Diese Gehäuse-Schrauben darf man natürlich nicht losdrehen, sonst steht die Wohnung unter Wasser...

Man nehme einen großen Schraubenschlüssel (oder eine einfache Rohrzange, genauer eine “Wasserpumpenzange”) und schraube die dicke (schwarze) Mutter direkt hinter dem hellen Thermostat-Ventil nach links.

  Wasserpumpenzange

Bevor man dreht: Thermostat auf 5 stellen (damit der Druck auf den Stift nicht zu groß ist). Die Mutter sollte normalerweise nicht sehr fest angezogen sein. Man muß also nicht besonders viel Kraft aufwenden, um die Mutter loszudrehen

Es gibt einen Metall-Stift, der in der Mitte aus dem „Gehäuse“ rausragt, der sichtbar wird, wenn der Thermostat ab ist. Manchmal klemmt der und steckt noch innen drin im Gehäuse. Dann funktioniert die Heizung nicht mehr – sie ist sozusagen auf Null gestellt (Stift drin = 0, Stift raus = 5)

     Seitenschneider

Als erstes den Stift am Rand, wo er ins Loch geht,  mit etwas Caramba  einsprühen und ein bisschen warten. Dann sollte man mit einem kleinen Hämmerchen vorsichtig auf den Stift klopfen, damit er sich von selbst nach vorne bewegt. Falls das partout nicht funktioniert, gibt es noch die zweite -  problematischere Methode:

Den Stift kann man man vorsichtig mit dem Seitenschneider nach vorn ziehen. Das ist allerdings bei manchen Thermostaten gefährlich: denn wenn der Stift (aus mangelnder Vorsicht) ganz rausgezogen wird, so dass man ihn plötzlich in der Hand hat, dann ist die Sache wirklich kaputt. Nach dem vorsichtigen Ziehen an dem  Stift, dass er sich ein- zwei Millimeter raus bewegt – den Stift am Rand zum Loch nochmal mit Caramba einsprühen. Dann vorsichtig probieren, ob der Stift gängig ist. Wenn der Stift endlich gängig ist, und sich problemlos mit dem Finger reindrücken lässt und von selbst problemlos wieder rauskommt, dann schließlich den Thermostat wieder aufschrauben. Es ist nicht nötig, die Mutter ganz fest anzuziehen.

Auch sollte man in der Regel Thermostate beim Abstellen nicht ganz auf 0 stellen sondern auf ‘Sternchen’ (*), damit der Stift innen noch ein bisschen rausschaut (abgesehen von der Frostschutzfunktion)

 

 

2. Fall: Beispiel: Danfoss-Thermostat mit Klickverschluß

Hier gibt es keine Mutter sondern einen schwarzen Klick-Verschluß: Mit der Hand (mit Kraftaufwand) das schwarze Teil ein Stück nach links drehen und dabei versuchen, es vom Thermostat-”Gehäuse” abzuziehen: Durch das Linksdrehen werden zwei innere metallische Feststellklammern zurückgepresst. Auch wieder vorher den Thermostat auf 5 Stellen (wg. Druckverminderung).

Achtung: hier bei diesem Thermostat ist jener kleine Stift gefährlich, man darf nicht daran ziehen, sonst hat man ihn plötzlich ganz in der Hand und die Sache ist wirklich kaputt! Lediglich mit einem Hämmerchen auf das Gehäuse klopfen, daß der Stift sich löst. Vielleicht vorher mit Caramba einsprayen. Und nachher, nach dem Lockermachen des Stifts, auch noch mal mit Caramba einsprayen und mehrmals probieren, ob der Stift gängig ist.

 

Das Einbauen des Thermostats ist bei dem Clickverschluss wesentlich komplizierter als bei einem Thermostat mit Mutter. Das Prinzip ist, daß man den Clickverschluss vor dem Einrasten nach links drehen muß, um den inneren Widerstand der Festellklammern zu beseitigen. Dabei die 4 kleinen im Thermostat hervorstehenden Plastiknippel in die 4 Kerben des Gehäuses einführen. Am Besten die Stellen der 4 inneren Nippel außen am Thermostat mit Filzstift markieren, damit man weiß, wo man ansetzen muß. Jetzt ansetzen, den Klickverschluss (mit Kraftaufwand) nach links drehen und den Thermostat in den Kerben auf das Gehäuse schieben. Der Thermostat  rastet nach dem Lockerlassen der Linksdrehung ein und muß anschließend fest sitzen. Wenn er noch wackelt, ist dies ein Kunstfehler. Das für Anfänger relativ mühselige Spiel des Festmachens muss dann von vorne beginnen, bis es endlich geklappt hat.

Man erkennt im Inneren des Thermostats die 4 hervorstehenden Plastiknippel und die beiden metallischen Feststellklammern an der Seite.

Hier erkennt man am Thermostat-Gehäuse die Einkerbungen im gelben Messing, auf welche die Nippel drauf geschoben werden müssen

 

Die Stelle an welcher der Thermostat festgemacht wird – also wo sich nachher die Markierung für die jeweilige Heizkörpereinstellung (0 bis 5) befindet -  ist gewöhnlich diejenige, daß diese Markierung oben sitzt. Man sollte sich das aber vor dem Ausbauen genauer anschauen.

Hinweis:

Man sollte meiner Ansicht nach beim Einbau neuer Thermostatventile unbedingt darauf achten, daß sie Schraubverschlüsse und keine Scheiß-Klickverschlüsse haben!

Ergänzung (Dezember 2012):

Lieber Manfred Aulbach

Vielen Dank für die Heimwerkertricks! Ich konnte dank der guten Anleitung meine Heizung tatsächlich genauso reparieren, wie beschrieben. Ein kleines Detail finde ich noch ergänzenswert: Wenn man am Danfoss-Thermostat den schwarzen Klickverschluss nach links dreht, geht das recht schwer - ich brauchte dafür die erwähnte Rohrzange – und ist mit mehreren Klickgeräuschen verbunden. Das Geräusch hat mir natürlich zuerst einen Schreck eingejagt, weil ich dachte, nun sei etwas gebrochen. Aber es geht dabei nichts kaputt, sondern das hängt mit der Rückziehfunktion der metallischen Klammern zusammen und vermutlich hat der Verschluss daher seinen Namen.

Nochmals besten Dank,

Frank

 

 

 

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Der schon ganz zu Anfang zitierte Helmut empfiehlt übrigens, die klassischen Temperaturregler gegen digitale (elektronische) auszutauschen, was seiner Ansicht nach ziemlich einfach geht:

<Und dann noch ein digitales Thermostat verwenden (das bewegt sich regelmässig mindestens 1x die Woche), dann gibt´s auch kaum mehr Probleme...>

Und angesprochen auf das Thema, ob das denn nicht einen ziemlichen Aufwand bedeutet, antwortete er:

<Und nun zum Wechsel des Thermostats: bei den elektrischen Thermostaten liegen Adapter für die gängigsten Ventile bei, diese müssen NICHT gewechselt oder ausgebaut werden!
Es wird nur der Drehregler ausgetauscht (dauert keine 5 Minuten!), z.B. zu dem hier:
www.amazon und in der Rezension dazu sind auch Bilder, wie es gemacht wird:
www.amazon.de/review/

 
Schöne Grüsse,
Helmut>
 

 

 

 

 

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